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Wirtschaftlichkeit von Wärmepumpen

Wärmepumpe zur Energieeffizienz
Wärmepumpe zur Energieeffizienz

Wärmepumpen gelten inzwischen als Schlüsseltechnologie der Heizwende – aber lohnen sie sich wirtschaftlich wirklich? Die Antwort lautet: ja, häufig sogar sehr deutlich. Entscheidend ist aber, welche Art von Wärmepumpe zum Gebäude passt: Erdsonden mit Tiefbohrung, Brunnenanlagen, Luft-Wasser-Wärmepumpen oder Luft-Luft-Wärmepumpen. Jede Variante hat ihre eigenen Stärken, Kostenstrukturen und Einsatzbereiche.

Grundsätzlich funktioniert das Prinzip immer gleich: Eine Wärmepumpe macht aus einer Einheit Strom ein Mehrfaches an Heizwärme. Wie gut das gelingt, zeigt die sogenannte Jahresarbeitszahl (JAZ). Sie sagt vereinfacht: „Wie viele Kilowattstunden Wärme bekomme ich im Jahr aus einer Kilowattstunde Strom?“ Moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen liegen realistisch etwa zwischen 2,5 und 4, Erdwärmepumpen zwischen rund 3,5 und 4,5, Grundwasser-Wärmepumpen oft bei 4 bis 5 – je nach Gebäude, Auslegung und Je höher diese Zahl, desto weniger Stromkosten fallen pro Kilowattstunde Heizwärme an – und desto besser ist die Wirtschaftlichkeit.https://www.die-energieausweise.com/wp-berechnung

Erdwärme mit Tiefbohrung (Sole/Wasser-Wärmepumpe) ist so etwas wie die „Premium-Lösung“: Über Erdsonden, die oft 50 bis 100 Meter tief gebohrt werden, nutzt die Anlage das ganzjährig relativ konstante Temperaturniveau im Erdreich. Das sorgt für besonders stabile und hohe Effizienzwerte, gerade im Winter. In der Praxis bedeutet das: Im Vergleich zu Luft-Wasser-Wärmepumpen kann eine Sole/Wasser-Wärmepumpe jährlich spürbar Stromkosten einsparen – Schätzungen sprechen bei typischen Häusern von mehreren hundert Euro pro Jahr Unterschied zugunsten der Erdwärme, wenn die Rahmenbedingungen passen. Auf der anderen Seite stehen jedoch höhere Investitionskosten: Die Bohrung muss geplant, genehmigt und fachgerecht ausgeführt werden. In vielen Fällen rechnet sich das trotzdem, weil die Anlage über 20 und mehr Jahre mit hoher Effizienz läuft und durch die sehr stabilen Betriebskosten eine solide, planbare Rendite liefert – vorausgesetzt, das Grundstück ist für Bohrungen geeignet und die Mehrkosten sind durch Förderungen und langfristige Einsparungen gedeckt.

Brunnenanlagen (Wasser/Wasser-Wärmepumpe) gehen noch einen Schritt weiter und nutzen Grundwasser direkt als Wärmequelle. Dieses hat meist ganzjährig eine relativ hohe Temperatur, wodurch sehr hohe Jahresarbeitszahlen von 4 bis 5 möglich sind. Wirtschaftlich kann das extrem attraktiv sein: Hohe Effizienz, niedrige laufende Kosten, und die Technik arbeitet bei richtiger Planung sehr zuverlässig. Die Kehrseite: Nicht jedes Grundstück eignet sich für einen Brunnen. Es braucht ausreichende Wassermengen, passende Wasserqualität, und es sind wasserrechtliche Genehmigungen erforderlich. Der Bau von Förder- und Schluckbrunnen verursacht zusätzliche Kosten – fallen diese sehr hoch aus, kann der wirtschaftliche Vorteil der besseren Effizienz gegenüber einer guten Luft-Wasser-Wärmepumpe wieder kleiner werden. Dort, wo die Rahmenbedingungen stimmen, zählt die Wasser/Wasser-Wärmepumpe aber zu den wirtschaftlich spannendsten Systemen überhaupt.

Luft-Wasser-Wärmepumpen sind aktuell der „Allrounder“ im Markt. Sie entziehen der Außenluft Wärme und geben sie an das Heizsystem und das Warmwasser ab. Technisch betrachtet sind sie etwas weniger effizient als Erd- oder Grundwasser-Wärmepumpen, weil die Lufttemperaturen im Winter stark schwanken und deutlich niedriger sind. In der Praxis erreichen moderne Geräte dennoch realistische Jahresarbeitszahlen von etwa 2,5 bis 4, abhängig von Gebäude, Heizsystem und Auslegung. Wirtschaftlich interessant werden Luft-Wasser-Wärmepumpen vor allem dadurch, dass sie keine Bohrung und keinen Brunnenbau benötigen. Die Investitionskosten sind daher meist deutlich niedriger, und der Einbau ist auch in dicht bebauten Gebieten oder kleinen Grundstücken möglich. Damit verschiebt sich der wirtschaftliche Vergleich: Etwas geringere Effizienz, dafür aber wesentlich geringere Einstiegskosten – oft führt genau das dazu, dass die Luft-Wasser-Wärmepumpe über die Lebensdauer ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet.

Besonders oft unterschätzt wird die Luft-Luft-Wärmepumpe. Technisch ist sie eng verwandt mit dem, was viele als „Klimagerät“ kennen: Sie gewinnt Wärme aus der Außenluft und bläst diese als warme Luft direkt in die Räume ein – meist über Innengeräte in den Aufenthaltsräumen. Heizwasser wird dabei nicht erzeugt, stattdessen werden die Räume direkt mit Warmluft versorgt. Luft-Luft-Wärmepumpen haben im Vergleich zu Erd- oder Wasser-Wärmepumpen meist etwas niedrigere Jahresarbeitszahlen von etwa 2,5 bis 3, also einen höheren Strombedarf pro Kilowattstunde Wärme.Trotzdem können sie wirtschaftlich sehr attraktiv sein, vor allem in bestimmten Szenarien: Die Geräte sind oft günstig in der Anschaffung, sehr schnell installiert und kommen ohne Heizkörper, Rohrleitungen oder Fußbodenheizung aus. Für gut gedämmte Gebäude, einzelne Zonen (z. B. Dachgeschoss, Anbau, Büroräume) oder als Ergänzung zu bestehenden Heizungen können Luft-Luft-Wärmepumpen die Heizkosten deutlich senken und zugleich im Sommer klimatisieren. Gerade bei Sanierungen, in denen keine großen Eingriffe in die Heizungsanlage gewünscht sind, können sie eine interessante wirtschaftliche Alternative oder Ergänzung darstellen.

Die Wirtschaftlichkeit aller Wärmepumpenarten wird in Deutschland stark durch die staatliche Förderung beeinflusst. Seit 2024/2025 gibt es im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) attraktive Zuschüsse: Die Grundförderung für förderfähige Heizungsanlagen liegt bei rund 30 % der Investitionskosten, dazu können je nach Einkommen, Geschwindigkeit des Heizungstauschs und Effizienz weitere Boni dazukommen. Im Bestfall sind so Förderquoten von bis zu 70 % möglich, bei maximal 30.000 € förderfähigen Kosten – also bis zu rund 21.000 € Zuschuss. Diese Förderung ist für viele Projekte der entscheidende Hebel, damit sich auch aufwendigere Systeme mit Tiefbohrung oder Brunnen wirtschaftlich rechnen. Wichtig ist dabei: Fördermittel müssen in der Regel beantragt werden, bevor mit dem Einbau begonnen wird.

Neben den Investitionskosten und der Effizienz spielen auch die Strompreise, die Dämmqualität des Gebäudes und die Heizflächen eine zentrale Rolle. Wärmepumpen arbeiten dann besonders wirtschaftlich, wenn sie mit niedrigen Vorlauftemperaturen fahren können – also idealerweise mit Fußbodenheizung oder großen Heizkörpern, die viel Fläche bieten. In sehr schlecht gedämmten Gebäuden mit alten, kleinen Radiatoren kann es nötig sein, die Gebäudehülle zu verbessern oder das Heizsystem anzupassen, damit die Wärmepumpe nicht dauerhaft mit hohen Temperaturen arbeiten muss – das würde die Stromkosten in die Höhe treiben und die Wirtschaftlichkeit verschlechtern. Studien aus der Praxis zeigen jedoch, dass Wärmepumpen auch im Altbau gut funktionieren können, wenn Planung und Details stimmen.

Wie lässt sich das alles zusammenfassen? Erdsonden- und Brunnen-Wärmepumpen bieten die besten Effizienzwerte und damit langfristig die niedrigsten Betriebskosten, erfordern aber höhere Anfangsinvestitionen und passende Grundstücksbedingungen. Luft-Wasser-Wärmepumpen sind der wirtschaftliche Allrounder, der ohne große Eingriffe in das Grundstück auskommt und ein sehr gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis bieten kann. Luft-Luft-Wärmepumpen sind in der Effizienz etwas schwächer, dafür aber extrem flexibel und kostengünstig zu installieren – vor allem in gut gedämmten Gebäuden oder als Ergänzung zu bestehenden Heizsystemen können sie wirtschaftlich hoch interessant sein, insbesondere wenn man den Zusatznutzen der Kühlung im Sommer mitberücksichtigt.

Am Ende entscheidet immer die individuelle Situation: Gebäudestandard, vorhandene Heizflächen, Platz für Bohrungen oder Brunnen, Strom- und Gaspreis, Fördermöglichkeiten und natürlich das eigene Budget. Eine seriöse Wirtschaftlichkeitsberechnung vergleicht die verschiedenen Systeme – Tiefbohrung, Brunnen, Luft-Wasser und Luft-Luft – mit realistischen Annahmen zur Jahresarbeitszahl, zu den Investitionskosten und zu den möglichen Förderungen. Das Ergebnis ist dann oft klar: Richtig geplant ist die Wärmepumpe nicht nur ein Beitrag zum Klimaschutz, sondern auch eine langfristig rentable Investition, die vor steigenden Energiepreisen schützt und den Wert der Immobilie erhöht.https://www.die-energieausweise.com/wirtschaftlichkeit


 
 
 

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