
Professionelle Bauphysik-Berechnungen mit Tauwasser-Analyse
Kostenlos • Ohne Anmeldung • Mobile-optimiert
Berechnen Sie den U-Wert Ihrer Konstruktion professionell nach DIN EN ISO 6946. Der Rechner bietet über 200 Baustoffe nach DIN 4108-4, prüft automatisch die GEG 2024 Konformität und führt eine doppelte Tauwasser-Analyse durch – mit Glaser-Verfahren und FEM-Simulation. Perfekt für Energieberater, Architekten und Planer.
Der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) beschreibt, wie viel Wärmeenergie durch 1 m² Bauteilfläche bei 1 Kelvin Temperaturunterschied verloren geht. Einheit: W/(m²K). Je niedriger der U-Wert, desto besser die Dämmwirkung. Beispiel: Moderne Außenwand U ≈ 0,24 W/(m²K), ungedämmte Altbauwand U ≈ 1,2 W/(m²K).
Der U-Wert: Die wichtigste Kennzahl in der Gebäudeenergieberatung
Der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) ist die zentrale Kenngröße zur
Beurteilung der Wärmedämm-Eigenschaften von Bauteilen. Er gibt an, wie viel
Wärmeenergie durch einen Quadratmeter Bauteilfläche bei einem
Temperaturunterschied von einem Kelvin zwischen innen und außen verloren geht.
Die Einheit lautet Watt pro Quadratmeter und Kelvin [W/(m²K)].
GRUNDPRINZIP:
Je niedriger der U-Wert, desto besser die Dämmwirkung des Bauteils.
PRAKTISCHE BEISPIELE:
Ungedämmte Altbauwand (36,5 cm Vollziegel):
→ U ≈ 1,2 W/(m²K)
→ Sehr hoher Wärmeverlust
Moderne Neubau-Außenwand (GEG 2024):
→ U ≤ 0,24 W/(m²K)
→ Gute Dämmung, gesetzlich vorgeschrieben
Passivhaus-Außenwand:
→ U ≤ 0,15 W/(m²K)
→ Exzellente Dämmung, minimale Wärmeverluste
BERECHNUNG NACH DIN EN ISO 6946:
Die Norm DIN EN ISO 6946 beschreibt das standardisierte Verfahren zur
Berechnung des Wärmedurchgangswiderstands und des
Wärmedurchgangskoeffizienten von Bauteilen.
Die Formel lautet:
U = 1 / (Rsi + R1 + R2 + ... + Rn + Rse)
Dabei sind:
- Rsi: Wärmeübergangswiderstand innen
- R1, R2, Rn: Wärmedurchlasswiderstände der einzelnen Schichten
- Rse: Wärmeübergangswiderstand außen
Der Wärmedurchlasswiderstand R einer Schicht berechnet sich aus:
R = d / λ
Mit:
- d: Schichtdicke in Metern [m]
- λ: Wärmeleitfähigkeit des Materials in [W/(m·K)]
BEDEUTUNG FÜR DIE PRAXIS:
Der U-Wert ist entscheidend für:
✓ Energieeffizienz des Gebäudes
✓ Heizkosten und CO2-Bilanz
✓ Förderung (KfW, BAFA)
✓ GEG 2024 Nachweis
✓ EnEV/GEG Konformität
✓ Wohnkomfort (keine kalten Wände)
✓ Vermeidung von Bauschäden (Schimmel, Tauwasser)
Warum Tauwasser-Berechnung genauso wichtig ist wie der U-Wert
Ein niedriger U-Wert allein garantiert noch keine schadenfreie Konstruktion.
Entscheidend ist auch, dass im Bauteilquerschnitt kein Tauwasser ausfällt oder
ausgefallenes Tauwasser wieder vollständig austrocknet.
DAS PROBLEM:
Warme Innenluft enthält Wasserdampf. Dieser diffundiert durch die Wand nach
außen. Kühlt die Luft dabei unter den Taupunkt ab, kondensiert Wasserdampf zu
flüssigem Wasser – es entsteht Tauwasser.
FOLGEN VON TAUWASSER:
⚠ Durchfeuchtung der Dämmung → Wärmeleitwert steigt
⚠ Schimmelbildung → Gesundheitsgefahr
⚠ Frostschäden → Materialzerstörung
⚠ Korrosion von Bauteilen
⚠ Wertminderung der Immobilie
ZWEI BERECHNUNGSVERFAHREN:
1. GLASER-VERFAHREN (DIN 4108-3)
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Das Glaser-Verfahren ist das in Deutschland normierte Standard-Verfahren zur
vereinfachten Tauwasser-Berechnung.
Funktionsweise:
- Stationäre Berechnung (konstante Randbedingungen)
- Nur Wasserdampfdiffusion (kein Kapillartransport)
- Tauperiode: 60 Tage Winter (-5°C außen, 20°C innen)
- Verdunstungsperiode: 90 Tage Sommer (12°C beidseitig)
Ergebnisse:
• gc: Tauwassermenge während 60 Tagen [g/m²]
• gev: Verdunstungsmenge während 90 Tagen [g/m²]
• Verdunstungszeit: Dauer bis vollständige Austrocknung
Grenzwerte nach DIN 4108-3:
✓ gc ≤ 1000 g/m² (maximal 1 kg Tauwasser pro m²)
✓ gev ≥ gc (Tauwasser muss vollständig verdunsten)
Vorteile:
+ Normiert und anerkannt
+ Konservativ (auf der sicheren Seite)
+ Schnelle Berechnung
Nachteile:
- Berücksichtigt keinen Kapillartransport
- Zu konservativ bei kapillaraktiven Dämmstoffen
- Keine zeitliche Auflösung
2. FEM-SIMULATION (Finite-Elemente-Methode)
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Die FEM-Simulation ist ein instationäres Berechnungsverfahren nach EN 15026,
das deutlich genauer arbeitet als Glaser.
Funktionsweise:
- Instationäre Berechnung (60 Tage mit Zeitschritten)
- Wasserdampfdiffusion UND Kapillartransport
- Berücksichtigt Sorptionseigenschaften der Materialien
- Feuchteabhängige Stoffwerte
Ergebnisse:
• φmax: Maximale relative Feuchte im Bauteil [%]
• Position: Wo tritt das Maximum auf [cm von außen]
Grenzwerte nach WTA 6-4/6-5:
✓ φmax < 95% (unterhalb Schimmelgefahr)
Vorteile:
+ Berücksichtigt Kapillartransport
+ Realistischere Ergebnisse
+ Besonders wichtig bei kapillaraktiven Dämmstoffen
(Holzfaser, Calciumsilikat, Mineralschaum)
Nachteile:
- Nicht normiert (noch)
- Komplexere Berechnung
- Materialparameter nicht immer verfügbar
WANN IST WELCHES VERFAHREN WICHTIG?
Glaser ausreichend bei:
→ Dampfbremsfolien (sd > 50m)
→ Mineralwolle, EPS, XPS
→ Konventionelle Außendämmung (WDVS)
FEM zusätzlich wichtig bei:
→ Innendämmung
→ Kapillaraktive Dämmstoffe (Holzfaser, CaSi)
→ Diffusionsoffene Konstruktionen
→ Kritische Detailpunkte
UNSER RECHNER BIETET BEIDES:
Sie erhalten BEIDE Berechnungen parallel und können so die Sicherheit Ihrer
Konstruktion doppelt prüfen. Glaser gibt Ihnen den normierten Nachweis, FEM
zeigt das realistische physikalische Verhalten.
Gesetzliche Anforderungen nach GEG 2024
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) definiert Mindestanforderungen an die
energetische Qualität von Gebäuden. Für Außenwände gelten folgende U-Wert-
Grenzwerte:
NEUBAU:
U ≤ 0,24 W/(m²K) für opake (nicht-transparente) Außenwände
SANIERUNG BESTAND:
Besonderheit: Bei Sanierung darf der U-Wert bis zu 160% des Neubau-Wertes
betragen, wenn dies technisch oder wirtschaftlich erforderlich ist.
→ U ≤ 0,384 W/(m²K) (= 0,24 × 1,6)
Diese Regelung berücksichtigt, dass im Bestand oft nicht die gleiche
Dämmstärke realisierbar ist wie im Neubau (z.B. bei Innendämmung).
WEITERGEHENDE STANDARDS:
Passivhaus:
→ U ≤ 0,15 W/(m²K)
→ Höchster Dämmstandard
→ Keine aktive Heizung erforderlich
KfW Effizienzhaus 40:
→ U ≈ 0,15-0,18 W/(m²K)
→ Förderung bis zu 150.000 € möglich
AUTOMATISCHE PRÜFUNG:
Unser Rechner prüft automatisch, ob Ihr Wandaufbau die Anforderungen erfüllt:
✓ Grüner Badge: GEG 2024 erfüllt (Neubau)
✓ Grüner Badge: GEG Sanierung erfüllt (bei aktivierter Checkbox)
⚠ Gelber Badge: Nahe am Grenzwert
✗ Roter Badge: Grenzwert unterschritten
Sie können mit der Checkbox "Sanierung" zwischen Neubau- und
Sanierungsanforderungen umschalten.
200+ Baustoffe nach DIN 4108-4:2020-11
Unsere umfangreiche Materialdatenbank basiert auf der aktuellsten Ausgabe der
DIN 4108-4:2020-11 "Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden - Teil 4:
Wärme- und feuchteschutztechnische Bemessungswerte".
KATEGORIEN:
Mauerwerk:
• Vollziegel, Hochlochziegel, Porenbeton
• Kalksandstein, Beton
• Verschiedene Rohdichteklassen
Dämmung mineralisch:
• Mineralwolle (λ 0.032 bis 0.050)
• Calciumsilikat
• Mineralschaum, Schaumglas
Dämmung organisch:
• EPS, XPS, PUR, PIR
• Holzfaser-Dämmplatten
• GUTEX-Produkte (Thermoroom, Thermoflex, etc.)
Holzbau:
• Vollholz, Brettschichtholz
• OSB, Holzwerkstoffplatten
• Holzfassaden
Dampfbremsen:
• PE-Folien (sd 100-200m)
• Variable Dampfbremsen (INTELLO, Vario, DB+)
• Feuchtevariable Systeme
Putze & Beschichtungen:
• Kalk-Zement-Putze
• Lehmputze
• Wärmedämmputze
Fertige Wandaufbauten:
• Holzständerwände
• Innendämmungs-Systeme
• Typische Sanierungsaufbauten
Jedes Material enthält alle relevanten bauphysikalischen Kennwerte:
- λ: Wärmeleitfähigkeit [W/(m·K)]
- ρ: Rohdichte [kg/m³]
- μ: Wasserdampf-Diffusionswiderstandszahl [-]
Entwickelt von Energieberatern für Energieberater
Dieser U-Wert Rechner wurde von Rolf Krause (Energieberatung Wesel) entwickelt
und basiert auf jahrelanger Erfahrung in der bauphysikalischen Beratung und
Planung.
Das Tool bietet die gleiche Berechnungsqualität wie kommerzielle Software, ist
aber kostenlos und ohne Anmeldung nutzbar. Alle Berechnungen erfolgen lokal in
Ihrem Browser – Ihre Daten werden nicht übertragen oder gespeichert.
Normative Grundlagen:
• DIN EN ISO 6946:2018-03 (U-Wert-Berechnung)
• DIN 4108-3:2018-10 (Glaser-Verfahren)
• DIN 4108-4:2020-11 (Bemessungswerte)
• EN 15026:2007 (Instationäre Feuchteberechnung)
• GEG 2024 (Gebäudeenergiegesetz)
# VARIABLEN-ERKLÄRUNG
# Alle bauphysikalischen Größen und Kennwerte erklärt
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TEIL 1: WÄRMETECHNISCHE GRÖßEN
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U-WERT (Wärmedurchgangskoeffizient)
Symbol: U
Einheit: W/(m²K)
Bedeutung: Wärmestrom durch 1 m² Bauteil bei 1 K Temperaturdifferenz
Formel: U = 1 / (Rsi + ΣR + Rse)
Beispiel: U = 0,24 W/(m²K) → 0,24 Watt gehen durch 1 m² bei ΔT = 1 K verloren
Faustegel: Je kleiner U, desto besser die Dämmung
Grenzwert: GEG 2024 Neubau: U ≤ 0,24 W/(m²K) für Außenwände
R-WERT (Wärmedurchlasswiderstand)
Symbol: R
Einheit: m²K/W
Bedeutung: Widerstand einer Schicht gegen Wärmedurchgang
Formel: R = d / λ
Beispiel: 20 cm Mineralwolle (λ=0,035): R = 0,20 / 0,035 = 5,71 m²K/W
Faustegel: Je größer R, desto besser die Dämmung
Hinweis: R ist der "Kehrwert" von U: U = 1/Rtotal
Rsi (Wärmeübergangswiderstand innen)
Symbol: Rsi
Einheit: m²K/W
Bedeutung: Widerstand zwischen Raumluft und Bauteiloberfläche (innen)
Werte nach DIN EN ISO 6946:
• Außenwand vertikal: Rsi = 0,13 m²K/W
• Dach (Wärmefluss aufwärts): Rsi = 0,10 m²K/W
• Dach (Wärmefluss abwärts): Rsi = 0,17 m²K/W
• Bodenplatte: Rsi = 0,17 m²K/W
Physikalisch: Berücksichtigt Konvektion und Strahlung an Innenoberfläche
Rse (Wärmeübergangswiderstand außen)
Symbol: Rse
Einheit: m²K/W
Bedeutung: Widerstand zwischen Außenluft und Bauteiloberfläche (außen)
Werte nach DIN EN ISO 6946:
• Standard (freie Lage): Rse = 0,04 m²K/W
• Bodenplatte (Erdreich): Rse = 0,00 m²K/W
Physikalisch: Berücksichtigt Wind, Konvektion und Strahlung
λ (Lambda) - Wärmeleitfähigkeit
Symbol: λ (griechischer Buchstabe Lambda)
Einheit: W/(m·K)
Bedeutung: Materialeigenschaft - wie gut ein Stoff Wärme leitet
Formel: In R = d / λ
Beispiele:
• Luft (ruhend): λ ≈ 0,025 W/(m·K) → sehr guter Dämmstoff
• Mineralwolle: λ ≈ 0,035 W/(m·K) → guter Dämmstoff
• Holz: λ ≈ 0,13 W/(m·K) → mittlerer Dämmstoff
• Beton: λ ≈ 2,1 W/(m·K) → schlechter Dämmstoff
• Stahl: λ ≈ 50 W/(m·K) → Wärmeleiter
Faustegel: Je kleiner λ, desto besser dämmend
d (Dicke/Schichtdicke)
Symbol: d
Einheit: m (Meter)
Bedeutung: Dicke einer Materialschicht
Eingabe im Rechner: cm
Beispiel: 20 cm Dämmung → d = 0,20 m
Hinweis: Nicht mit Durchmesser verwechseln!
ρ (Rho) - Rohdichte
Symbol: ρ (griechischer Buchstabe Rho)
Einheit: kg/m³
Bedeutung: Masse pro Volumen (wie "schwer" ein Material ist)
Beispiele:
• EPS-Dämmung: ρ ≈ 15-30 kg/m³ → sehr leicht
• Mineralwolle: ρ ≈ 30-80 kg/m³ → leicht
• Holz: ρ ≈ 500 kg/m³ → mittel
• Vollziegel: ρ ≈ 1800 kg/m³ → schwer
• Beton: ρ ≈ 2400 kg/m³ → sehr schwer
Zusammenhang: Hohe Rohdichte → hohe Wärmespeicherfähigkeit
cp (spezifische Wärmekapazität)
Symbol: cp
Einheit: J/(kg·K) oder kJ/(kg·K)
Bedeutung: Wärmemenge um 1 kg Material um 1 K zu erwärmen
Beispiele:
• Wasser: cp = 4186 J/(kg·K) → hohe Speicherfähigkeit
• Baustoffe: cp ≈ 850 J/(kg·K) → Standard
• Luft: cp = 1005 J/(kg·K)
Bedeutung: Wichtig für Wärmespeicherung und instationäres Verhalten
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TEIL 2: FEUCHTESCHUTZTECHNISCHE GRÖßEN
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μ (My) - Wasserdampf-Diffusionswiderstandszahl
Symbol: μ (griechischer Buchstabe My)
Einheit: [-] (dimensionslos)
Bedeutung: Wie viel schwerer diffundiert Dampf durch Material als durch Luft
Berechnung sd: sd = μ × d
Beispiele:
• Luft: μ = 1 (Referenz)
• Mineralwolle: μ = 1-2 → diffusionsoffen
• Holz: μ = 50-200 → mittel
• Beton: μ = 70-150 → mittel
• PE-Folie: μ = 500.000 → Dampfsperre
Faustegel:
• μ < 10: diffusionsoffen
• μ > 1000: dampfbremsend
• μ > 100.000: Dampfsperre
sd (diffusionsäquivalente Luftschichtdicke)
Symbol: sd
Einheit: m
Bedeutung: Dicke einer Luftschicht mit gleichem Diffusionswiderstand
Formel: sd = μ × d
Beispiele:
• 20 cm Mineralwolle (μ=1): sd = 1 × 0,20 = 0,20 m
• 0,2 mm PE-Folie (μ=500.000): sd = 500.000 × 0,0002 = 100 m
Klassifizierung nach DIN 4108-3:
• sd < 0,5 m: diffusionsoffen
• sd = 0,5-1500 m: dampfbremsend
• sd > 1500 m: Dampfsperre
Praktisch: sd ist das "Gesamt-μ" einer Schicht
δa (Delta-a) - Wasserdampf-Diffusionsleitkoeffizient Luft
Symbol: δa oder DELTA_AIR
Einheit: kg/(m·s·Pa)
Wert: 2,0 × 10⁻¹⁰ kg/(m·s·Pa)
Bedeutung: Materialkonstante für Dampfdiffusion in Luft
Verwendung: In Glaser-Berechnung für Dampfströme
pv (Wasserdampf-Teildruck)
Symbol: pv oder p
Einheit: Pa (Pascal)
Bedeutung: Partialdruck des Wasserdampfs in der Luft
Berechnung: pv = φ × psat
Beispiel: Bei 20°C und 50% r.F.:
psat = 2337 Pa, pv = 0,5 × 2337 = 1169 Pa
Physikalisch: Antriebskraft für Dampfdiffusion
psat (Sättigungsdampfdruck)
Symbol: psat
Einheit: Pa (Pascal)
Bedeutung: Maximaler Dampfdruck bei gegebener Temperatur
Formel (Magnus): psat = 610,94 × exp(17,625×T / (T+243,04))
Beispiele:
• -5°C: psat = 402 Pa
• 0°C: psat = 611 Pa
• 20°C: psat = 2337 Pa
• 30°C: psat = 4243 Pa
Physikalisch: Bei pv = psat kondensiert Wasser
φ (Phi) - Relative Luftfeuchte
Symbol: φ oder r.F.
Einheit: [-] oder % (dimensionslos bzw. Prozent)
Bedeutung: Verhältnis von tatsächlichem zu maximal möglichem Dampfdruck
Formel: φ = pv / psat
Beispiel: φ = 0,50 = 50% → Luft ist halb "gesättigt"
Bereiche:
• φ < 30%: trocken
• φ = 40-60%: behaglich
• φ > 70%: feucht
• φ ≥ 95%: kritisch (Schimmelgefahr)
Taupunkttemperatur
Symbol: Ttau oder τ
Einheit: °C
Bedeutung: Temperatur bei der Luft (bei konstantem pv) zu 100% gesättigt ist
Berechnung: Umkehrung der Magnus-Formel
Beispiel: 20°C, 50% r.F. → Ttau = 9,3°C
Praktisch: Unterschreitet T den Taupunkt, kondensiert Wasser
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TEIL 3: TAUWASSER-BERECHNUNG (GLASER)
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gc (Tauwassermasse Kondensation)
Symbol: gc
Einheit: g/m² oder kg/m²
Bedeutung: Kondensierte Wassermasse während der Tauperiode
Tauperiode: 60 Tage Winter
Randbedingungen: -5°C außen, 20°C innen, 80% außen, 50% innen
Berechnung: gc = (g_in - g_out) × 60 Tage × 86400 s/Tag
Grenzwert DIN 4108-3: gc ≤ 1000 g/m² (= 1 kg/m²)
Bedeutung: Überschreitung kann zu Bauschäden führen
gev (Verdunstungsmasse)
Symbol: gev
Einheit: g/m² oder kg/m²
Bedeutung: Verdunstete Wassermasse während der Verdunstungsperiode
Verdunstungsperiode: 90 Tage Sommer
Randbedingungen: 12°C beidseitig, 70% r.F. beidseitig
Berechnung: gev = (g_ev_out + g_ev_in) × 90 Tage × 86400 s/Tag
Grenzwert DIN 4108-3: gev ≥ gc
Bedeutung: Tauwasser muss vollständig verdunsten können
Verdunstungszeit
Symbol: tevap oder t
Einheit: Tage oder Stunden
Bedeutung: Zeit bis vollständige Austrocknung des Tauwassers
Berechnung: t = gc / (gev / 90 Tage)
Beispiel: gc = 100 g/m², gev = 300 g/m² → t = 100/(300/90) = 30 Tage
Anzeige:
• < 1 Tag: in Stunden (z.B. "12h")
• ≥ 1 Tag: in Tagen (z.B. "23,5d")
Interpretation: Kurze Zeit = schnelle Trocknung = gut
g_in (Dampfstrom von innen)
Symbol: g_in oder ġin
Einheit: kg/(m²·s) bzw. g/(m²·d)
Bedeutung: Wasserdampfmenge die von innen zur Tauwasserebene diffundiert
Formel: g_in = δa × (pv_in - psat_tau) / sd_in
Physikalisch: "Nachschub" an Feuchtigkeit
g_out (Dampfstrom nach außen)
Symbol: g_out oder ġout
Einheit: kg/(m²·s) bzw. g/(m²·d)
Bedeutung: Wasserdampfmenge die von Tauwasserebene nach außen diffundiert
Formel: g_out = δa × (psat_tau - pv_out) / sd_out
Physikalisch: "Abtransport" von Feuchtigkeit
Tauwasserebene / Kondensationsebene
Symbol: x_tau
Einheit: m oder cm
Bedeutung: Position im Bauteil wo Tauwasser ausfällt
Bedingung: pv(x) = psat(x)
Beispiel: "Bei 36,5 cm von außen" → An der Dampfbremse
Grafisch: Schnittpunkt von Dampfdruck- und Sättigungslinie
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TEIL 4: FEM-SIMULATION (INSTATIONÄR)
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φmax (Maximale relative Feuchte)
Symbol: φmax
Einheit: % (Prozent)
Bedeutung: Höchste relative Feuchte die während 60 Tagen im Bauteil auftritt
Simulation: Zeitschrittweise über 60 Tage
Grenzwert WTA: φmax < 95%
Interpretation:
• φmax < 80%: unkritisch
• φmax = 80-95%: grenzwertig
• φmax ≥ 95%: kritisch (Schimmelgefahr!)
Position (von φmax)
Symbol: xmax
Einheit: cm
Bedeutung: Position wo φmax auftritt, gemessen von außen
Beispiel: "Position 37,8 cm" → 37,8 cm von Außenputz entfernt
Interpretation: Oft an Materialübergängen oder Dampfbremsen
Praktisch: Zeigt wo kritischer Bereich ist
w (Wassergehalt)
Symbol: w oder u
Einheit: kg/m³
Bedeutung: Masse des enthaltenen Wassers pro Volumen Material
Berechnung: w = wsat × φ^b (nach Sorptionsisotherme)
Beispiel: Holz bei 80% r.F.: w ≈ 80 kg/m³
Zusammenhang: Feuchter → schwerer, schlechtere Dämmung
wsat (Wassergehalt bei Sättigung)
Symbol: wsat
Einheit: kg/m³
Bedeutung: Maximaler Wassergehalt bei φ = 100%
Beispiele:
• Mineralwolle: wsat ≈ 1 kg/m³
• Holz: wsat ≈ 200-400 kg/m³
• Calciumsilikat: wsat ≈ 500 kg/m³
Bedeutung: Speicherkapazität für Feuchte
w80 (Wassergehalt bei 80% r.F.)
Symbol: w80
Einheit: kg/m³
Bedeutung: Wassergehalt bei 80% relativer Feuchte
Verwendung: Zur Bestimmung der Sorptionskurve (Parameter b)
Berechnung b: b = ln(w80/wsat) / ln(0,8)
Aw (Wasseraufnahmekoeffizient)
Symbol: Aw
Einheit: kg/(m²·s^0.5)
Bedeutung: Wie schnell Material kapillar Wasser aufnimmt
Beispiele:
• Mineralwolle: Aw = 0 (kein Kapillartransport)
• Calciumsilikat: Aw ≈ 1,5 kg/(m²·s^0.5) → stark kapillaraktiv
• Holzfaser: Aw ≈ 0,3 kg/(m²·s^0.5) → mittel kapillaraktiv
Bedeutung: Wichtig für Austrocknung und Feuchteumverteilung
Dw (Flüssigtransportkoeffizient)
Symbol: Dw
Einheit: m²/s
Bedeutung: Diffusionskoeffizient für Flüssigtransport
Berechnung: Dw = 3,8 × (Aw/wsat)² × 1000^(w/wsat - 1)
Physikalisch: Beschreibt Kapillartransport
Nur relevant bei: Kapillaraktiven Materialien (Aw > 0)
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TEIL 5: NORMEN UND STANDARDS
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GEG 2024 (Gebäudeenergiegesetz)
Grenzwerte Außenwand:
• Neubau: U ≤ 0,24 W/(m²K)
• Sanierung: U ≤ 0,384 W/(m²K) (= 160% von 0,24)
Rechtsgrundlage: Bundesgesetz seit 1.11.2020, aktualisiert 2024
KfW Effizienzhaus
Standards:
• EH 40: U ≈ 0,15-0,18 W/(m²K)
• EH 55: U ≈ 0,20 W/(m²K)
Förderung: Bis zu 150.000 € Kredit
Passivhaus
Anforderung: U ≤ 0,15 W/(m²K) für Außenbauteile
Zertifizierung: Passivhaus Institut Darmstadt
DIN EN ISO 6946
Titel: "Wärmedurchlasswiderstand und Wärmedurchgangskoeffizient"
Ausgabe: 2018-03
Inhalt: Berechnungsverfahren für U-Wert
Gültigkeit: Europa-weit
DIN 4108-3
Titel: "Klimabedingter Feuchteschutz - Tauwasserberechnung"
Ausgabe: 2018-10
Inhalt: Glaser-Verfahren
Gültigkeit: Deutschland
DIN 4108-4
Titel: "Wärme- und feuchteschutztechnische Bemessungswerte"
Ausgabe: 2020-11
Inhalt: λ, μ, ρ-Werte für Baustoffe
Verwendung: Materialdatenbank
EN 15026
Titel: "Wärme- und feuchtetechnisches Verhalten von Bauteilen"
Ausgabe: 2007
Inhalt: Instationäre Simulation (Grundlage FEM)
Gültigkeit: Europa-weit
WTA 6-4 / WTA 6-5
Titel: "Innendämmung - Planungsleitfaden"
Herausgeber: Wissenschaftlich-Technische Arbeitsgemeinschaft
Inhalt: Grenzwerte für Innendämmung
Grenzwert: φmax < 95%
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TEIL 6: EINHEITEN-UMRECHNUNG
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Länge:
1 m = 100 cm = 1000 mm
Eingabe im Rechner: cm
Berechnung intern: m
Temperatur:
Kelvin (K) = Grad Celsius (°C) + 273,15
Temperaturdifferenz: 1 K = 1 °C
Verwendung: ΔT immer in K oder °C (identisch für Differenzen)
Druck:
1 Pa = 1 N/m²
1 hPa = 100 Pa
1 bar = 100.000 Pa
Luftdruck normal: ≈ 101.325 Pa = 1013,25 hPa
Zeit:
1 Tag = 24 Stunden = 86.400 Sekunden
Tauperiode: 60 Tage = 5.184.000 s
Verdunstungsperiode: 90 Tage = 7.776.000 s
Masse:
1 kg = 1000 g
1 g/m² = 0,001 kg/m²
1000 g/m² = 1 kg/m²
Energie:
1 J (Joule) = 1 Ws (Wattsekunde)
1 kJ = 1000 J
1 kWh = 3.600.000 J = 3,6 MJ
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TEIL 7: HÄUFIGE ABKÜRZUNGEN
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WDVS: Wärmedämm-Verbundsystem (Außendämmung)
EPS: Expandiertes Polystyrol (Styropor)
XPS: Extrudiertes Polystyrol
PUR: Polyurethan
PIR: Polyisocyanurat
MW: Mineralwolle
CaSi: Calciumsilikat
OSB: Oriented Strand Board (Holzwerkstoffplatte)
PE: Polyethylen
DIN: Deutsches Institut für Normung
EN: Europäische Norm
ISO: International Organization for Standardization
GEG: Gebäudeenergiegesetz
KfW: Kreditanstalt für Wiederaufbau
BAFA: Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle
FEM: Finite-Elemente-Methode
WTA: Wissenschaftlich-Technische Arbeitsgemeinschaft
