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Wandheizung-Rechner im Vergleich 2026: Alle Online-Tools im Test


Infrarot Wandheizung
Infrarot Wandheizung

Welcher Online-Rechner hilft wirklich bei der Auslegung einer Wandheizung? Wir haben alle frei verfügbaren Tools getestet – von einfachen Watt-Rechnern bis zu professioneller Simulationssoftware. Das Ergebnis: Die Unterschiede sind gravierend, und ein entscheidendes Feature fehlt überall. ## Warum ein guter Wandheizungs-Rechner wichtig ist Wer eine Wandheizung plant – ob für Altbausanierung, Denkmalpflege oder Neubau – braucht verlässliche Berechnungen. Zu wenig Heizleistung bedeutet kalte Räume, zu viel bedeutet unnötige Kosten. Besonders bei der Kombination mit Wärmepumpen entscheidet die korrekte Auslegung über die Effizienz des gesamten Systems. Doch welche Online-Tools gibt es überhaupt? Und was können sie wirklich? Wir haben im Februar 2026 alle frei zugänglichen Rechner systematisch getestet. ## Die getesteten Online-Tools im Überblick


### 1. Infrarotheizung-Rechner (VASNER, Heatness, BRINGER, Könighaus)

Was sie tun: Diese Rechner berechnen die benötigte Watt-Leistung für Infrarot-Elektroheizungen anhand von Raumgröße, Deckenhöhe und Dämmstandard. Man gibt die Raummaße ein und erhält eine empfohlene Heizleistung in Watt.

Was sie nicht können: Diese Tools sind für elektrische Infrarot-Paneele konzipiert – nicht für wassergeführte Wandheizungen. Sie kennen weder Rohrabstände noch Vorlauftemperaturen. Physikalische Strahlungsberechnung? Fehlanzeige. PMV/PPD-Komfort? Nicht vorhanden. Sie rechnen mit pauschalen Watt-pro-Quadratmeter-Werten und liefern bestenfalls eine grobe Schätzung.

Fazit: Für wassergeführte Wandheizung unbrauchbar. Für Infrarot-Paneele eine schnelle Orientierung, aber ohne bauphysikalische Tiefe.


### 2. DIN EN 1264 Auslegungsdiagramme (SBZ-Monteur, baudochselbst.de)

Was sie tun: Diese Seiten stellen die Normdiagramme nach DIN EN 1264 zur Verfügung, aus denen man die Heizleistung in Abhängigkeit von Rohrabstand, Vorlauftemperatur und Überdeckung ablesen kann.

Was sie nicht können: Es sind statische Diagramme zum Ablesen – keine interaktive Berechnung. Man muss selbst interpolieren, Emissionsgrade werden nicht berücksichtigt, und einen Vergleich mit alternativen Berechnungsmethoden gibt es nicht. Behaglichkeitsberechnung oder Hydraulik? Nicht vorgesehen. Fazit: Für Fachleute nützlich als Nachschlagewerk, aber keine echte Auslegungshilfe. Und die DIN-Norm selbst hat ein Problem (dazu mehr unten).


### 3. PMV/PPD-Rechner (Quadco Engineering, SimScale)

Was sie tun: Diese Tools berechnen die thermische Behaglichkeit nach ISO 7730. Man gibt Lufttemperatur, Strahlungstemperatur, Luftgeschwindigkeit, Bekleidung und Aktivität ein und erhält PMV (Predicted Mean Vote) und PPD (Predicted Percentage Dissatisfied).

Was sie nicht können: Sie sind generische HVAC-Rechner – nicht spezifisch für Wandheizung. Es gibt keine Wandheizungs-Parameter (Rohrabstand, Vorlauftemperatur, Putzart), keine Verbindung zur Heizlastberechnung und keinen Meier-Modus. Man muss die mittlere Strahlungstemperatur selbst kennen – und genau das ist bei Wandheizung die schwierige Frage. Fazit: Gut für allgemeine Komfortbewertung, aber ohne Wandheizungs-Kontext nur bedingt hilfreich.


### 4. WUFI und Delphin (Professionelle Software)

Was sie tun: WUFI (Fraunhofer IBP) und Delphin (TU Dresden) sind professionelle Simulationsprogramme für den hygrothermischen Wärme- und Feuchtetransport in Bauteilen.

Was sie nicht können: Diese Tools simulieren Feuchteverhalten in Wandaufbauten – nicht die Heizleistung einer Wandheizung. Sie sind Desktop-Software, nicht online verfügbar, kostenpflichtig und erfordern erhebliche Einarbeitung. Für die Frage "Wie viel Wärme gibt meine Wandheizung ab?" sind sie das falsche Werkzeug.

Fazit: Exzellent für Feuchteschutz-Nachweise, aber kein Wandheizungs-Auslegungstool.


### 5. Lehmwandheizung Bedarfsrechner

Was er tut: Berechnet die benötigte Heizfläche für Lehmwandheizungen anhand von Raumgröße und Heizlast.

Was er nicht kann: Reine Flächenberechnung ohne jede Physik. Kein Rohrabstand, keine Vorlauftemperatur, keine Strahlungsberechnung, keine Behaglichkeit.

Fazit: Sehr rudimentär. Kaum mehr als eine Dreisatz-Berechnung.

## Das Problem: Die DIN-Norm unterschätzt Wandheizung Keines der genannten Tools berücksichtigt einen entscheidenden Punkt: Die DIN EN 1264 und VDI 2078 berechnen den Wärmeübergang mit einer linearisierten Formel (q = α × ΔT). Das funktioniert gut für Konvektionsheizkörper – aber Wandheizungen arbeiten überwiegend mit Infrarotstrahlung (60–70% Strahlungsanteil). Prof. Claus Meier hat in seinen Arbeiten gezeigt, dass die Strahlungsleistung physikalisch korrekt mit der vierten Potenz der absoluten Temperatur berechnet werden muss – nach dem Stefan-Boltzmann-Gesetz. Seine Berechnungen ergeben eine Brutto-Strahlungsleistung, die den Normwert um den Faktor 3 bis 9 übersteigt. Was bedeutet das praktisch? Bei einer Vorlauftemperatur von 32°C und 15 cm Rohrabstand zeigt die DIN-Norm eine Leistung von ca. 40–50 W/m². Der Meier-Modus berechnet für dieselbe Konfiguration eine Brutto-Strahlungsleistung von ca. 150–200 W/m². Das erklärt, warum Wandheizungen in der Praxis oft besser funktionieren als die Normberechnung vorhersagt – und warum die Temperierung nach Großeschmidt mit nur 1–2 Heizschleifen im Sockelbereich physikalisch funktioniert, obwohl die Norm das nicht abbilden kann.




## Was unser Simulator anders macht

Wir haben unseren Infrarot-Wandtemperierung Simulator genau für diese Lücke entwickelt. Er ist das einzige kostenlose Online-Tool, das folgende Funktionen in einem Werkzeug vereint: Meier-Modus: Parallel zur DIN/VDI-Norm berechnet der Simulator die Brutto-Strahlungsleistung nach Prof. Claus Meier. So sehen Sie den physikalischen Unterschied zwischen linearisierter Normberechnung und Stefan-Boltzmann-Gesetz – und können selbst entscheiden, welcher Ansatz für Ihr Projekt passt.

PMV/PPD-Komfortanalyse: Der Simulator berechnet die thermische Behaglichkeit nach ISO 7730 direkt aus den Wandheizungs-Parametern. Sie müssen die mittlere Strahlungstemperatur nicht selbst kennen – der Simulator berechnet sie aus Vorlauftemperatur, Rohrabstand und Emissionsgrad und zeigt, ob Kategorie A, B oder C erreicht wird.

Denkmal-Spezialisierung: Drei Dämmstandards (Unsaniert, Teilsaniert, Gut gedämmt), Emissionsgrade für Lehmputz (ε = 0,95), Kalkputz (ε = 0,93) und Gipsputz (ε = 0,91), Rohrabstand-Optimierung von 5 bis 30 cm nach Großeschmidt-Methode und COP-Berechnung für Wärmepumpen.

6 Echtzeit-Diagramme: Heizlast vs. Außentemperatur, Leistung vs. Rohrabstand, Oberflächentemperatur-Profil, PMV vs. Vorlauftemperatur, PPD vs. Raumtemperatur und erforderliche Vorlauftemperatur. Alle Charts aktualisieren sich sofort bei jeder Parameteränderung.


## Für wen ist der Simulator gedacht?

Energieberater: Schnelle Vorbewertung von Wandheizungs-Projekten mit Behaglichkeitsnachweis. Vergleich Norm vs. Meier für die Argumentation beim Kunden.

Architekten und Planer: Rohrabstand-Optimierung für Denkmalsanierung. COP-Berechnung für die Kombination mit Wärmepumpe. Dokumentation der Auslegung. SHK-Handwerker: Hydraulik-Berechnung (Volumenstrom, Druckverlust, Fließgeschwindigkeit) für die Rohrdimensionierung. Empfehlungstabelle für Rohrabstände nach Gebäudetyp.

Bauherren und Sanierer: Verständliche Darstellung, ob die geplante Wandheizung die Heizlast deckt und welche Behaglichkeit erreicht wird.


## Fazit: Kein Online-Tool leistet, was unser Simulator kann Die Recherche zeigt ein klares Bild: Es gibt viele einfache Watt-Rechner, einige statische Normdiagramme und generische PMV-Rechner. Aber kein einziges frei zugängliches Online-Tool kombiniert interaktive Wandheizungs-Simulation, Meier-Modus, PMV/PPD-Komfort, Rohrabstand-Optimierung und COP-Berechnung. Besonders der Meier-Modus ist weltweit einzigartig als Online-Implementation. Er zeigt, was die DIN-Norm verschweigt: Die physikalische Strahlungsleistung einer Wandheizung ist erheblich höher als der linearisierte Normwert. → Jetzt den Infrarot-Wandtemperierung Simulator ausprobieren


## Literatur und Quellen Prof. Claus Meier: »Phänomen Strahlungsheizung«, expert Verlag. Prof. Claus Meier: »Heizen wie die Sonne«, expert Verlag. DIN EN 1264: Raumflächenintegrierte Heiz- und Kühlsysteme. ISO 7730: Ergonomie der thermischen Umgebung – PMV und PPD. VDI 2078: Berechnung der thermischen Lasten und Raumtemperaturen. Großeschmidt: Methode der Temperierung für historische Gebäude.


 
 
 

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