top of page
Wärmepumpen imlation

Wärmepumpen-Simulation: COP & Verluste interaktiv berechnen

Realer Kreisprozess für Luft/Wasser, Sole/Wasser und Tiefenbohrung – mit Verdichter, Abtauung und Exergie-Verlustanalyse

Wärmepumpe berechnen – COP & Verluste interaktiv simulieren


Mit dem kostenlosen Wärmepumpen-Rechner von energieberatung rolf krause berechnen Sie den realen COP Ihrer Anlage – präzise, transparent und auf Basis echter thermodynamischer Verlustmodelle. Ob Luft-Wasser-Wärmepumpe, Sole-Wasser-Wärmepumpe oder Tiefenbohrung: Verstehen Sie, warum Ihre Jahresarbeitszahl von den Herstellerangaben abweicht – und was Sie dagegen tun können.

Was ist der COP einer Wärmepumpe?

Der COP (Coefficient of Performance) – auf Deutsch auch Leistungszahl genannt – ist die entscheidende Kennzahl für die Energieeffizienz einer Wärmepumpe. Er gibt an, wie viel Heizwärme die Anlage pro eingesetzter Kilowattstunde Strom erzeugt. Ein COP von 4,0 bedeutet: Aus 1 kWh Strom werden 4 kWh Wärme – eine Effizienz von 400 Prozent.
In der Praxis liegt der tatsächliche COP jedoch deutlich unter den Werten aus dem Herstellerdatenblatt. Der Grund: Reale Anlagen verlieren Energie durch Verdichter-Irreversibilitäten, endliche Wärmeübertrager-Temperaturdifferenzen, Druckverluste, Nebenantriebe wie Ventilatoren und Pumpen – und im Winter durch Abtauverluste am Verdampfer. Genau diese Verluste macht unsere Simulation sichtbar und berechenbar.

Warum der COP allein nicht ausreicht — Leistungszahl vs. Jahresarbeitszahl

Die Leistungszahl nach EN 14511 ist ein genormter Momentanwert unter Laborbedingungen. Sie beschreibt die Wärmepumpeneffizienz an einem einzigen Betriebspunkt – typischerweise A7/W35 (7 °C Außentemperatur, 35 °C Vorlauf). Damit ist sie gut zum Geräte-Vergleich geeignet, spiegelt aber nicht die Realität eines ganzen Jahres wider.
Die Jahresarbeitszahl (JAZ) berücksichtigt dagegen alle Betriebsstunden: variable Außentemperaturen, Abtauphasen, Taktbetrieb, elektrische Hilfsheizer bei Extremkälte und den Stromverbrauch im Standby. Feldmessungen des Fraunhofer ISE zeigen: Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichen im Mittel eine JAZ von 3,4 – gegenüber herstellerseitig beworbenen COP-Werten von 4,5 und mehr. Diese Lücke zu verstehen und zu schließen, ist das Ziel einer professionellen Wärmepumpen-Energieberatung.

Die drei Wärmepumpentypen im Vergleich
Luft-Wasser-Wärmepumpe
Die Luftwärmepumpe zieht ihre Energie aus der Außenluft. Sie ist günstig in der Installation (ca. 10.000–18.000 €), benötigt kein Erdreich und ist nahezu überall einsetzbar. Ihr Nachteil: Bei tiefen Außentemperaturen unter 0 °C sinkt die Effizienz stark – der Verdampfer vereist, Abtauphasen reduzieren die nutzbare Heizleistung um 5 bis 25 Prozent. Die mittlere JAZ liegt laut Feldmessung bei 3,4.
Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdkollektoren)
Die Erdwärmepumpe mit Flächenkollektoren nutzt die relativ konstante Temperatur des Erdreichs (0–6 °C im Winter). Keine Abtauproblematik, stabilerer COP über das Jahr – mittlere JAZ von 4,3. Nachteil: Es wird eine Kollektorfläche von ca. dem Doppelten der beheizten Wohnfläche benötigt.
Wärmepumpe mit Tiefenbohrung (Erdsonde)
Die Tiefenbohrung erschließt mit Erdwärmesonden Tiefen von 80–150 Metern. Dort herrschen ganzjährig stabile Temperaturen von 8–15 °C – ideale Voraussetzungen für hohe Effizienz. JAZ von 4,8 und mehr sind realistisch. Die Investitionskosten (20.000–40.000 €) und die behördliche Genehmigungspflicht sind die wesentlichen Hürden.

Welche Verluste reduzieren den realen COP?

Unser Wärmepumpen-Simulator berechnet acht Verlustmechanismen separat und zeigt deren prozentualen Anteil an der Gesamtirreversibilität:
Wärmeübertrager-Temperaturdifferenzen — Wärme überträgt sich nur bei einer positiven Temperaturdifferenz. Jedes Kelvin am Verdampfer erhöht den Temperaturhub und senkt den COP um 3–5 Prozent. Mit hochwertigen Plattenwärmetauschern lässt sich ΔT von 8 K auf 2–3 K reduzieren.
Verdichter-Isentropiewirkungsgrad (η_is) — Reale Verdichtung ist irreversibel: Reibung, innere Undichtigkeiten und Wärmeübergang erzeugen Entropie. Bei η_is = 0,70 benötigt der Verdichter 43 Prozent mehr Arbeit als im isentropen Idealfall. Bei tiefen Außentemperaturen und hohem Druckverhältnis fällt η_is von typisch 0,75 auf unter 0,55.
Drosselung (Expansionsventil) — Die isenthalpe Entspannung vernichtet 8–15 Prozent der verfügbaren Exergie. Eine reversible Entspannung (Ejektor, Expander) könnte diesen Verlust weitgehend vermeiden – zu Mehrkosten von 2.000–5.000 €.
Motor- und Umrichterverluste (η_mech) — Kupfer- und Eisenverluste im Elektromotor sowie Schaltverluste im Frequenzumrichter reduzieren die nutzbare Wellenleistung. Hocheffiziente IE4-Motoren erreichen η_mech = 0,95–0,97.
Nebenantriebe — Ventilator, Solepumpe, Heizkreispumpe und Regelungstechnik verbrauchen je nach Typ 0,10–0,40 kW dauerhaft. Ihr Anteil am Gesamtstromverbrauch steigt mit sinkendem COP überproportional.
Druckverluste in den Wärmeübertragern — Druckverluste auf der Kältemittelseite senken die Sättigungstemperatur im Verdampfer und erhöhen den effektiven Temperaturhub. Bei mehr als 5 Prozent Druckverlust kann der COP um über 15 Prozent sinken.
Abtauung — Bei Außentemperaturen unter +5 °C und hoher Luftfeuchtigkeit bildet sich Eis auf den Verdampferlamellen. In der kritischen Zone zwischen −2 und +3 °C können Abtauintervalle von 20 Minuten mit 15 Minuten Dauer entstehen – der Zeitanteil im Abtaubetrieb übersteigt dann 40 Prozent. Je nach Methode (Heißgas-Umkehr oder elektrischer Heizstab) kostet die Abtauung 5–25 Prozent des realen Jahres-COP.

Wärmepumpe planen — Tipps für maximale Effizienz

Wer eine Wärmepumpe effizient betreiben möchte, sollte bereits bei der Planung auf folgende Punkte achten:
Die Vorlauftemperatur ist der wirksamste Hebel. Jede Absenkung um 1 °C verbessert den COP um ca. 2,5 Prozent. Fußbodenheizungen mit 30–35 °C Vorlauf liefern 30–40 Prozent besseren COP als Heizkörpersysteme mit 55–65 °C. Eine hydraulische Optimierung des Heizkreises ist daher Pflicht vor der Wärmepumpeninstallation.
Pufferspeicher reduzieren Taktbetrieb und Abtauverluste. Besonders bei Luft-Wasser-Wärmepumpen ohne ausreichende Heizkreismasse verbessert ein 200–500-Liter-Puffer die JAZ messbar.
Überdimensionierung vermeiden — laut Fraunhofer ISE sind 32 Prozent aller Wärmepumpenanlagen falsch dimensioniert. Eine zu große Anlage taktet häufig, was Start-Verluste erhöht und die Lebensdauer des Verdichters reduziert. Eine korrekte Heizlastberechnung nach EN 12831 ist die Grundlage jeder Auslegung.

Wärmepumpe fördern lassen — BEG und KfW 2025

Der Einbau einer Wärmepumpe wird im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) mit bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten bezuschusst. Voraussetzung: Die Anlage muss eine Mindest-Jahresarbeitszahl nach VDI 4650 nachweisen. Für die Antragstellung ist ein zugelassener Energieberater (BAFA-Energieeffizienzexpertenlist) verpflichtend.
Als Dipl.-Ing. und zertifizierter Energieberater begleitet Rolf Krause Sie von der Heizlastberechnung über die Anlagenauslegung bis zur Förderantragstellung – für Neubauten und Sanierungen im Raum Wesel, Niederrhein und NRW.

Interaktiver Wärmepumpen-Rechner — so funktioniert die Simulation

Die Simulation basiert auf einem vollständigen thermodynamischen Kreisprozessmodell (Dampfkompression). Sie können alle wesentlichen Parameter in Echtzeit anpassen und beobachten, wie sich Änderungen auf COP, Verlustverteilung und Abtauverhalten auswirken:
Stellen Sie die Quell- und Heiztemperatur, die Wärmeübertrager-Temperaturdifferenzen, den isentropen Verdichterwirkungsgrad, die Nebenantriebsleistung und die Luftfeuchtigkeit (für die Abtaumodellierung) frei ein. Das T-s-Diagramm, das Kreislaufschema und die Exergieverlust-Aufteilung aktualisieren sich sofort.
Das Abtaumodell berechnet aus Außentemperatur, Verdampfertemperatur und relativer Luftfeuchtigkeit die Vereisungsintensität, leitet daraus Abtauintervalle und -dauern ab und weist den COP-Verlust getrennt nach Methode (Heißgas-Umkehr oder elektrischer Heizstab) aus.
energieberatung rolf krause · Dipl.-Ing. Rolf Krause · Ginsterweg 2a · 41239 Brüggen · energieberatung@rolfkrause.com

Unsere Kontaktdaten

Ingenieurbüro EBRK

Ginsterweg 2a

41379 Brüggen

Tel: 0176 22872775

Mailadresse
bottom of page